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Vorbemerkung
Eingabe 2015 Bundestag
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Im ersten Quartal 2015 haben Herr Dr. A. Pretzell, Biophysiker, und ich Anfragen an das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag eingereicht.

Zwischenzeitlich liegen uns auch zwei Antwortbriefe des genannten Ausschusses zu unseren Eingaben vor - diese beiden Briefe werden unsererseits noch beantwortet werden.



Aus unseren Eingabentexten an den Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages darf ich hier verkürzend zitieren:

"Gelangt man zu der epistemisch-wissenschaftsphilosophischen Ebene ist zu fragen, ob die schwache Evidenz der Astrophysik ausreichen kann, die Sicherheitsargumentation vor dem Hintergrund der potenziell hochgefährlichen, dennoch bewußt avisierten Kollisionsprodukte zu rechtfertigen.

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Die vorwiegende Eigenbeurteilung in der HEP, deren Befangenheitsanteile als offenkundig angesehen werden müssen, als auch die teils populistische, nicht wissenschaftlich haltbare Formulierung des LHC-Betreibers ("Null" Risiko, gemeint ist exakt 0) und etliche sachlich begründbare Sicherheitsbedenken lassen den kritischen Zweifel weiterhin unzureichend
beantwortet. Das obligatorische Vorsorgeprinzip erscheint in erheblichem Ausmaß als unbeachtet.

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Von Ord et al. wurde in diesem Zusammenhang bsw. darauf hingewiesen, dass sich bei Betrachtung von Risiken mit sehr kleiner Eintrittswahrscheinlichkeit völlig andere Sicherheiten bei relativ kleinen Unsicherheiten der Modellierung ergeben.
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Ein hinnehmbares Restrisiko wurde bislang im gegebenen Zusammenhang behördlich / politischerseits nicht vorgegeben; die zudem wissenschaftlicherseits fehlende zusammenfassende Quantifizierung der existierenden Irrtumspotenziale führt zur begründeten Besorgnis, dass ein reales Restrisiko erheblich hoch sein kann.

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Auf der ethisch-philosophischen Ebene scheint fraglich, ob die bsw. durch Hans Jonas oder die AGENDA 21 angemahnte Verantwortung des Menschen vor dem veränderten Hintergrund des technischen Fortschritts innerhalb eines, wie erkannt wurde, ökologischen Gefüges mit solchen Experimenten wahrgenommen werden kann.   Zu welchem Maß an Zurückhaltung ist der Mensch als "homo faber" hier verpflichtet? 
 
Angelangt auf der zusätzlichen gesellschaftlichen und politischen Ebene stellt sich unter anderem die Frage, ob  die gegenwärtigen Institutionen (Ethikrat als Beispiel) ausreichend sind, die oben adressierten Aufgaben zu bewältigen. Es scheint untersuchenswert, ob die Ziele und die Methodik solcher Forschungsprojekte statt alleine von den beteiligten Forschern, die dem Druck ihrer Forschungsförderung unterliegen, nicht eher von gesellschaftlichen,
staatlichen Institutionen zumindest mitbestimmt und nachvollziehbar beaufsichtigt werden sollten."


 
Download - Eingabe an den Bundestag:                          Eingabe_U



Fortführungsstand: 21.08.2015